Der Zusammenhang von weiblichen Zyklus und Mondphasen ist umstritten. Mönchspfeffer Kapseln können aber gegen Unregelmäßigkeiten in der Menstruation helfen.

September 30, 2022

Der weibliche Zyklus und die Mondphasen - alles Heckmeck oder ist da was dran?

by Paula Gottschalk

Inhaltsverzeichnis

    Der weibliche Zyklus und die Mondphasen - alles Heckmeck oder ist da was dran?

    Wird der Menstruationszyklus vom Mond beeinflusst? Im Yoga wird von einer Verbindung von der weiblichen Energie und dem Mond ausgegangen: Genau wie die Frau* monatliche Phasen durchläuft, verändert sich auch der Mond mit den Mondphasen. Doch spielt der Mond wirklich eine Rolle für den Zyklus von Frauen*?

    Der Zusammenhang von Mond- und Menstruationszyklus

    Ob die Mondphasen und der Zyklus der Frau wirklich zusammenhängen, ist umstritten. 2021 hat sich ein Team der Uni Würzburg damit näher befasst und ist zu dem Schluss gekommen, dass vermutlich in der Antike der Menstruationszyklus und die Mondphasen synchron waren. Doch die heutige moderne Lebensweise, in der wir stetig von künstlichem Licht umgeben sind, stört diesen Gleichtakt.

    Für einen Zusammenhang spricht die Tatsache, dass die Zykluslänge der Frau und die des Mondzyklus durchschnittlich 29,5 Tage betragen. Allerdings weist der Mond wissenschaftlich betrachtet drei verschiedene Zyklen auf. Dabei verändern sich Helligkeit und Schwerkraft des Mondes periodisch und wirken je nach Zyklusphase anders auf die Erde.

    Einer dieser Mondzyklen beschreibt den Wechsel zwischen Voll- und Neumond, der im Durchschnitt alle 29,53 Tage passiert. Ein weiterer Zyklus entsteht durch die Schwankung der Umlaufbahn des Mondes; seine Position schwankt relativ zum Äquator, sodass er mal nördlicher und mal südlicher steht - dieser Zyklus dauert 27,32 Tage. Der dritte Zyklus umfasst durchschnittlich 27,55 Tage und ergibt sich daraus, dass der Mond auf einer elliptischen Bahn die Erde umkreist und sich die Entfernung daher verändert. Die Intensität des Mondlichts und der Schwerkraft, die auch die Gezeiten beeinflusst, verändert sich je nach Mondzyklus.

    Der Einfluss von Mondlicht und Schwerkraft auf den weiblichen Zyklus

    Für die genauere Untersuchung hat das Team der Uni Würzburg Aufzeichnungen zum Verlauf des Menstruationszyklus von 22 Frauen* aus unterschiedlichen Ländern untersucht – zum Teil über einen Zeitraum von 32 Jahren. Nach der Auswertung steht fest, dass alle drei Mondzyklen die Menstruation beeinflussen. Entscheidend dabei sei vor allem das Mondlicht, aber auch die Gravitationskraft hat Auswirkungen auf den weiblichen Zyklus. Doch mit dem Alter lässt die Synchronisation von Mondphase und Menstruation nach: Durchschnittlich ist bei Frauen* unter 35 Jahren die Periode zu knapp einem Viertel der aufgezeichneten Zeit im Gleichklang mit dem Voll- und Neumond. Bei Frauen* über 35 ist dies nur noch bei knapp einem Zehntel der Fall. In 13% der Fälle koppelt sich der Menstruationszyklus mit dem 27,55 tägigen Gravitationszyklus. Auch Jahreszeiten nehmen Einfluss auf diesen Zusammenhang, da im Winter der Mond besser und länger sichtbar ist. Ein Störfaktor sind künstliche Lichtquellen. Umso mehr künstliches Licht uns in den Abendstunden umgibt, desto weniger kann sich der Körper mit dem Hell-Dunkel-Zyklus des Mondes synchronisieren. Doch es gibt auch Hinweise darauf, dass sich die Menstruationszyklen von der Schwerkraft des Mondes beeinflussen lassen. Besonders bei Voll- und Neumond scheint der Menstruationszyklus aber auch unser Schlafverhalten besonders an den Mond gekoppelt zu sein. In diesen Mondphasen ist der Einfluss der Schwerkraft auf die Erde ähnlich groß. Im Ayurveda wird der Phase des Neumonds das Einsetzen der Menstruationsblutung zugeordnet und bei Vollmond erfolge der Eisprung.

    Fazit

    Das Würzburger Forschungsteam schlussfolgert, dass der menschliche Organismus nicht nur auf die rasanten Veränderungen der Schwerkraft reagiert, sondern auch in der Lage ist, langsame und periodische Gravitationsveränderungen wahrzunehmen. Doch moderne Faktoren wie die Lichtverschmutzung in den Städten sowie die abendliche Beleuchtung der Innenräume führen zu einer schlechteren Verbindung von Körper und Mond und die innere Uhr gerät aus dem Gleichgewicht. Außerdem basiert die Studie auf recht wenig Datenmaterial und die Aussagekraft der Ergebnisse ist daher eingeschränkt. Über Zyklus-Apps ließen sich dahingehend zwar mehr Daten erheben und mit den Mondphasen abgleichen, jedoch sind diese Daten in der Regel geschützt und Privatsache der Nutzer*innen. Für die Forschung ist es schwer, Vorgänge, die nur monatlich stattfinden, zu untersuchen.

    Dennoch beobachten viele Frauen einen Zusammenhang zwischen ihrem Menstruationszyklus und den Mondphasen, anhand derer sie ihren Eisprung erkennen und ihre Periode bestimmen können. Wenn du herausfinden möchtest, ob sich deine Periode auch mit dem Mond synchronisiert, kannst du dies ganz einfach selbst mit hilfe eines Mondkalenders und eines Zykluskalenders beobachten; oder aber eine Zyklusapp verwenden, die einen Mondkalender integriert hat.