Mikroplastik ist umweltschädlich, doch in der Pflegeroutine mit nachhaltigen Kosmetika kann man dagegen angehen. Mikroplastik ist umweltschädlich, doch in der Pflegeroutine mit nachhaltigen Kosmetika kann man dagegen angehen.

März 17, 2020

10 Ideen für weniger Mikroplastik und mehr Nachhaltigkeit im Bad

by Heide Peuckert

Inhaltsverzeichnis

    5 Gründe, warum Bio Tampons sinnvoll sind Du liest 10 Ideen für weniger Mikroplastik und weniger Müll im Bad 8 Minuten Weiter Mehr als neue Produkte: Tipps für einen bewussteren Alltag

    Auf dem Weg zu einem Alltag mit weniger Müll ist es oft sinnvoll, erstmal in einem Bereich anzufangen wie zum Beispiel im Badezimmer. Besonders hier haben bestimmt einige eine ganze Menge an Produkten, die in Plastik verpackt sind. Doch nicht nur das - ein großer Teil der Pflegeprodukte enthalten noch dazu Mikroplastik. Um das zukünftig zu vermeiden, kommen hier 10 Tipps für weniger Müll und weniger Mikroplastik in deinem Badezimmer - denn Alternativen gibt es viele.

    Warum im Badezimmer anfangen?

    Im Badezimmer sammeln sich viele Verbrauchsprodukte an, die oft nach kurzer Zeit im Müll landen. Ein Blick darauf, was wir davon wirklich brauchen, ist ein einfacher Einstieg: Produkte bewusster auswählen, länger nutzen und Verpackungen vermeiden, wo es sinnvoll ist. Wer sich fragt, welche Auswirkungen das eigene Handeln hat, findet im Bad viele kleine Stellschrauben. Lasst uns doch gemeinsam dort anfangen! Hier kommen 10 Tipps für dich.

    Plastik sparen mit wieder verwendbaren Produkten

    Im Badezimmer fällt viel Müll an - einmal abschminken und schon landen wieder zwei Wattepads oder ein Abschminktuch im Mülleimer. Auf ein Jahr hochgerechnet kommt hier eine Menge zusammen. Dabei gibt es für diese Einmalprodukte so tolle Alternativen: Wiederverwendbare Wattepads kannst du entweder selbst herstellen oder fertig kaufen. Inzwischen gibt es auch gute Alternativen zu feuchten Abschminktüchern, die deine Schminke ganz ohne Chemie entfernen. Nach der Reinigung kommt dann alles zusammen mit deinen Handtüchern in die Waschmaschine und ist bereit für den nächsten Einsatz.

    Auf Beauty-Produkte mit Mikroplastik verzichten

    Auf offensichtliche Plastikprodukte und Plastikverpackungen zu verzichten, ist noch relativ einfach - diese lassen sich oft auf einen Blick erkennen. Allerdings steckt in vielen Beauty- und Pflegeprodukten sogenanntes Mikroplastik. Mikroplastik ist klein und somit nicht zu erkennen. Es handelt sich um Plastikteile, die kleiner als fünf Millimeter sind. In Peelings z.B. fungieren die Teilchen als Schleifpartikel und in Haarspülungen sind sie für das seidige Gefühl verantwortlich. Um zu erkennen, ob ein Produkt Plastik enthält, kannst du eine App wie Code Check oder Beat the Microbead benutzen.

    Bei Verbrauchsartikeln auf die Rohstoffe achten

    Es gibt natürlich auch Produkte, die wir notgedrungen in regelmäßigen Abständen austauschen müssen, da sie nicht wiederverwendet werden können. Hier kannst du beim Kauf auf die verwendeten Rohstoffe achten. Da Plastik nicht abgebaut werden kann, ist es ein guter Anhaltspunkt darauf zu achten, dass Verbrauchsartikel plastikfrei sind. Wattestäbchen gibt es inzwischen sogar in der Drogerie aus Bio-Baumwolle und Bambus bzw. Pappe. Statt Rasierklingen mit Plastikanteil auszutauschen ist ein Rasierhobel eine tolle Alternative, mit der du auch noch einiges an Geld sparen kannst. Der Rasierhobel selbst besteht aus robustem Kupfer und die Klingen sind frei von Plastik und dazu noch besonders hautschonend. Diese sind noch dazu super günstig und bleiben über Wochen scharf. Wenn du mehr über die Intimrasur mit dem Rasierhobel erfahren möchtest, findest du hier einen Artikel zu dem Thema.

    Verpackungsmüll sparen mit fester Seife, Ölen und Co. ohne Mikroplastik

    Vieles von dem was wir so im Badezimmer rumstehen haben verursachen einen enormen Berg an Plastikmüll. So zum Beispiel Duschgel, Shampoo, Bodylotion in mehrfacher Ausführung. Dazu kommen dann noch unsere ganzen Putzutensilien und Waschmittel, die auch meist in Plastik verpackt sind. Dabei gibt es tolle plastikfrei verpackte Alternativen - Duschgel und Shampoo gibt es in der festen Variante als Seife am Stück. Auch für herkömmlichen Rasierschaum aus der Aluminiumdose gibt es feste Intimpflege. Bei Pflegeprodukten wie Gesichtscreme kannst du auf die Inhaltsstoffe und auf eine Verpackung zum Beispiel aus recyceltem Glas achten. Abschminken kann man sich super mit dem Kokosöl, das man auch zum Kochen verwendet, oder mit einem speziellen Abschminköl. Damit lässt sich sogar die hartnäckigste Wimperntusche ganz einfach entfernen. Öle (z.B. Kokos, Olive, Mandel) in Bio-Qualität eignen sich auch ideal als Alternative zur Bodylotion. Statt Gesichtsmasken in kleinen Plastiktütchen zu kaufen, kannst du einfach Heilerde zum Anrühren verwenden. Auch super dafür eignet sich Kaffeesatz. Wasch- und Putzmittel kann man im Unverpacktladen ganz einfach wieder in die gleiche Verpackung nachfüllen.

    Zahnpflege: Alternativen zur Plastik-Zahnbürste

    Auch bei der Zahnpflege kann viel Plastik anfallen - die meisten gängigen Zahnbürsten bestehen zu 100% aus Plastik und müssen ungefähr alle drei Monate ausgetauscht werden. Eine Alternative zur Zahnbürste aus Plastik bietet dir die Marke Hydrophil. Hier besteht der Griff der Zahnbürste aus Bambus und die Borsten aus pflanzlichem Nylon (gewonnen aus Rizinusöl). Bambus wächst extrem schnell nach und ist deshalb ein beliebter Rohstoff. Als Alternative zur in Plastik verpackten Zahnpasta gibt es in Unverpackt-Läden Zahnpasta-Tabletten zum selbst abfüllen. Auch zur konventionellen Zahnseide aus Nylon in Plastikverpackungen gibt es dort Alternativen - diese sind in kleine Glasröhrchen verpackt und die Zahnseide besteht aus Seide und Bienenwachs.

    Warum Mikroplastik nicht ins Wasser gelangen sollte

    Mikroplastik ist nicht nur in vielen Beautyprodukten enthalten, wir setzen Mikroplastik auch durch die Benutzung von Lappen und Schwämmen aus Microfaser frei. Und das jedes Mal, wenn wir diese ausspülen oder waschen. Lappen gibt es jedoch auch aus Baumwolle. Diese lassen sich immer wieder waschen und sehen meist sogar optisch schöner in deiner Küche aus. Auch beim Waschen deiner Wäsche löst sich Mikroplastik von den Klamotten, wenn diese einen Polyester- oder Acryl-Anteil haben. Um das zu verhindern gibt es jetzt spezielle Wäschebeutel die verhindern, dass das Mikroplastik in den Wasserkreislauf gelangt und so auf Dauer in unserem Trinkwasser landet. Den Beutel leerst du dann einfach alle paar Waschgänge in den Mülleimer aus.

    Bei Tampons und Co. auf Bio-Qualität achten oder wiederverwendbare Produkte nutzen

    Mit der Periode fällt eine ganze Menge Müll an. Um auch während deiner Periode bewusster mit deinen Produkten umzugehen, kannst du bei Tampons, Binden und Slipeinlagen auf Bio-Qualität achten. Bio-Tampons sind frei von Schadstoffen und Plastik. Eine weitere Alternative sind Periodenslips oder eine Menstruationstasse. Diese Produkte sind wiederverwendbar und können jahrelang getragen werden, dadurch entsteht im Vergleich zu Einwegprodukten deutlich weniger Müll. Hier kannst du dir erklären lassen, wie die Periodenunterwäsche funktioniert und wie du eine Menstruationstasse in der richtigen Größe findest.

    Putzen und Wäschewaschen ohne Mikroplastik

    Zum Putzen nimmst du am besten einen Lappen aus Baumwolle, damit kein Mikroplastik in den Wasserkreislauf gelangt. Putz-Utensilien und Waschmittel gibt es auch in Bio-Qualität. Das ist wichtig, denn allein durch diese Produkte gelangen tonnenweise schädliche Chemikalien (z.B. Tenside, Phosphate) in unseren Wasserkreislauf. Um Verpackungsmüll zu sparen kannst du Konzentrat kaufen. Eine Packung reicht länger, da diese Produkte noch mit Wasser verdünnt werden. Generell neigen wir auch häufig dazu, viel mehr Putzmittel zu benutzen als nötig wäre. Mechanische Hilfsmittel wie Bürsten, Abzieher und Pümpel beim Putzen können dir einiges an Chemikalien einsparen.

    Warmes Wasser sparen

    Warum sollte man bei Wasser sparen, haben wir in Deutschland nicht genug davon? Jein! Im Prinzip herrscht bei uns kein Wassermangel, denn in den meisten unserer heimischen Grundwasserspeicher wird mehr Wasser gebildet als wir verbrauchen. Eine andere Sache ist allerdings Warmwasser, denn bei der Erhitzung wird jede Menge Energie benötigt. Wenn du Warmwasser sparst, sparst du also auch Energie und Kosten. Ein Blick in den eigenen Stromtarif kann sich ebenfalls lohnen.

    DIY Ideen fürs Badezimmer

    Wir finden, dass sich Gewohnheiten am besten ändern lassen, wenn man Spaß bei der Sache hat. Was motiviert uns mehr als Produkte zu verwenden, die wir selbst hergestellt haben? Deshalb haben wir hier für dich zum Abschluss 5 DIY Ideen für selbstgemachte Produkte:

    Haare waschen mit Roggenmehl: Dafür einfach 4 EL Roggenmehl mit 250 ml lauwarmem Wasser mischen und 10 Minuten stehen lassen. Einmassieren, 5 Minuten einwirken lassen und ausspülen. Fertig!


    Wäschewaschen mit Kastanien: Kastanien enthalten Saponine und eignen sich daher zum Wäschewaschen. Dafür einfach Kastanien im Mixer zerkleinern und mit heißem Wasser aufgießen. Den Sud am nächsten Tag filtern und wie Waschmittel verwenden. 4-5 Kastanien und 200ml Wasser reichen für einen Waschgang.


    Lappen aus Baumwolle selbst häkeln/stricken: Die entstehenden Muster sind super zum Wischen, da der Schmutz an der groben Oberfläche hängen bleibt.


    Wiederverwendbare Wattepads nähen: Aus aussortierten Handtüchern und Stoffresten Kreise ausschneiden und diese beiden Teile zusammennähen.


    Gesichtsmasken selber machen: z.B. aus Quark, Heilerde oder Kaffeesatz.