NAchhaltiges Verhalten, wie das Essen von Bio- Lebensmitteln oder biologischen Periodenprodukten ist gut für die Umwelt. NAchhaltiges Verhalten, wie das Essen von Bio- Lebensmitteln oder biologischen Periodenprodukten ist gut für die Umwelt.

September 28, 2026

Mehr als neue Produkte: Tipps für einen bewussteren Alltag

by Anna Heine

Inhaltsverzeichnis

    10 Ideen für weniger Mikroplastik und weniger Müll im Bad Du liest Mehr als neue Produkte: Tipps für einen bewussteren Alltag 6 Minuten Weiter 5 Tipps für bewussteres Einkaufen

    Viele verbinden mit einem bewussteren Alltag weniger Müll und Plastik sowie Produkte, die im Idealfall auch gut für die eigene Gesundheit sind.
    Bewusster Konsum ist im Kern eine Frage des überlegten Handelns. Das bedeutet, Produkte, Marken & Labels sowie eigene Gewohnheiten zu hinterfragen und bewusste Entscheidungen zu treffen. Ob Lebensmittel, Kleidung oder Produkte aus dem Alltag - wir kaufen nicht einfach nur Produkte, wir fragen uns: Wen oder was unterstützen wir mit unserem Einkauf und unserer Lebensweise? Dabei gehen wir parallel unsere mentale Checkliste durch: Gibt es Siegel, faire Bedingungen und transparente Herstellung?

    Produkte und Lebensweise: Der Zusammenhang

    Ändert sich unser Alltag durch den Kauf bestimmter Produkte oder sollten wir uns zuerst auf unsere Einstellung und Gewohnheiten konzentrieren? Eine bewusste Einstellung führt zu einem bewussten Konsumverhalten. Dass Lebensweise und Produkte zusammenhängen, ist klar, und doch würde man argumentieren, dass die Lebensweise im Vordergrund steht.

    Bevor wir ganz euphorisch zu neuen Produkten greifen, sollten wir erst überlegen, was wir wirklich brauchen. Ein Großteil der Menschheit ist der Meinung, dass man grundsätzlich mehr braucht als nötig. Haufenweise Kleidung, einen vollen Kühlschrank, passende Reinigungsprodukte, Pflege und Kosmetika für jeden individuellen Teil des menschlichen Körpers. Besonders in Online Shops gibt es durch Rabatte und immer schneller wechselnde Trends neues zu entdecken. Wir werden immer wieder auf die Probe gestellt. Selbst wenn wir uns an Labels wie Bio, Fair und vegan halten, kaufen wir oft mehr als nötig und wirken genau dadurch dem eigentlichen Ziel entgegen, bewusster zu konsumieren. Ein großartiges Motto: Weniger ist mehr! Gerade weil es sich auf so viele Situationen im Leben übertragen lässt. Weniger kaufen, bewusster leben und auch an andere denken: Das ist der erste Schritt. Erst dann kommt der nächste: gute Alternativen zu finden.

    1. Qualität statt Quantität

    Was haben eine 100er Packung Strohhalme, eine Rolle Frischhalte-Folie und Einkaufstüten aus Plastik gemeinsam? Sie sind super günstig, man hat lange Zeit was von ihnen und jetzt kommt's: Sie gehören zu den Produkten, die besonders schnell im Müll landen.
    Stattdessen: Glas-Strohhalme, langlebige Bienenwachstücher für Lebensmittel und Stoffbeutel zur Aufbewahrung von Einkäufen. Man zahlt vielleicht mit einem Mal mehr, dafür hat man die Produkte aber auch jahrelang, unterstützt Labels mit beispielsweise Bio-Siegel, fairem Handel & Anti-Tierversuch-Policy.

    Alternativen im Badezimmer:
    Plastikfreie Zahnbürste: Die Bambus Zahnbürste.
    Wiederverwendbare & waschbare Abschminkpads statt Wattepads (Achtung: Nicht für Nagellack Entfernung geeignet!).
    Rasierhobel aus Kupfer statt Plastik und wiederverwendbare Klingen statt Einwegrasierer. Informationen zur Intimrasur mit dem Rasierhobel gibt es in diesem Artikel.
    Menstruationstasse oder wiederverwendbare Periodenunterwäsche statt Binden, Tampons & Co.
    Bio-Tampons & Bio-Binden aus 100% GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle. Wie eine Periode ohne Plastik gelingen kann und welche Produkte am besten passen, kannst du hier erfahren.
    Feste Seifen, Shampoos, Körperlotionen und Deos: Eine plastikfreie Alternative im Bad. Auch bei deiner Rasur und Intimpflege kannst du auf plastikfreie Produkte achten und Einwegrasierer vermeiden.
    Pflegeprodukte mit transparenter Inhaltsstoffliste ausprobieren: Es gibt bereits genug Unternehmen, die ihre Produkte in plastikfreien Verpackungen verkaufen und auf eine offene Inhaltsstoffliste Wert legen.

    Alternativen beim Einkaufen:

    Wiederverwendbare Gemüsenetze mit zum Einkaufen nehmen, um auf die Verwendung von kleinen Plastiktüten aus dem Supermarkt zu verzichten
    Unverpacktes, loses Gemüse und Obst kaufen
    Beim Bäcker/Konditor: Baumwoll-Beutel für Brötchen und Brot mitnehmen, Kuchen & Torten in mitgebrachter Tupperware einpacken lassen.
    Hast du schon mal von Unverpackt-Läden gehört? Ein Konzept, bei dem man seine eigenen Aufbewahrungsgefäße mitbringt und sich individuelle Mengen an Lebensmittel abpacken lassen kann.

    Alternativen für Unterwegs & Alltag:

    Wiederverwendbare Glas/Edelstahl Trinkflaschen für Wasser statt Plastikflasche aus dem Supermarkt
    Thermo-Becher/To-Go Becher für Heißgetränke statt Papierbecher und Plastikdeckel
    Versandkartons aufbewahren und wiederverwenden

    Fair Fashion und Bio-Qualität

    Fünf T-Shirts für 50 Euro oder ein T-Shirt eines Fair-Fashion-Labels für 50 Euro?
    Ein T-Shirt für 50 Euro lohnt sich wohl kaum, werden einige jetzt denken. Doch sehen wir uns mal den Steckbrief dieses 50 Euro T-Shirts an: Du kaufst dieses Stück bei einem Fair-Fashion-Label. Die Kleidung wird in Deutschland produziert und alle Involvierten arbeiten unter fairen Arbeitsbedingungen. Das Shirt besteht aus Materialien wie Bio-Baumwolle oder Bio-Leinen. Weitere Materialien werden lokal gewonnen, eingekauft und verarbeitet. Du bekommst ein Bio-Produkt, welches fair und vegan ist. Zudem ist es GOTS-zertifiziert. Idealerweise unterstützt du mit dem Kauf ein soziales Projekt.

    Du kaufst mit 50 Euro also nicht einfach nur ein Kleidungsstück, sondern unterstützt die faire Produktion und den fairen Handel von Kleidung. Du erhältst durch das gekaufte Produkt außerdem eine höhere Qualität und unterstützt die Wertschöpfungskette.

    Geht noch mehr? Second Hand, Minimalismus & Co.

    Neben bewussten Produktentscheidungen gibt es auch Gewohnheiten und Lebensweisen, die auf weniger Konsum setzen.
    Es gibt zum Beispiel Personen, die nach dem Prinzip des Minimalismus leben, also nur das kaufen und besitzen, was sie benötigen und was für sie von großer Bedeutung ist. Dabei gibt es sehr extreme Fälle: Wenn beispielsweise das gesamte Hab und Gut einer Person in einen Koffer passt. Erfahrungsgemäß wirken minimalistische Menschen wesentlich glücklicher und ausgeglichener. So extrem muss es natürlich nicht sein und diese Entscheidung muss man nicht von einem Tag auf den nächsten treffen.

    Einige haben sich zudem dazu entschieden, nicht mehr neuwertige Kleidung etc. zu kaufen, sondern auf Second Hand Shops, Flohmärkte und Co. umzusteigen. Die Auswahl an Online Second Hand Shops und Märkten ist übrigens mehr als ausreichend. Diese Lebensweise hat noch einen weiteren Vorteil: Man entdeckt neue (faire) Labels und einzigartige Kleidung und Dinge für den Haushalt.

    Kreative Personen, von denen man sich inspirieren lassen kann: Ob auf Pinterest, Instagram oder in unserem Bekanntenkreis, es lässt sich immer jemand finden, der aus alten Dingen Neues schafft. Bevor du "alte" Kleidung oder Haushaltsgegenstände wegwerfen willst, sieh lieber noch mal genauer hin. Vielleicht lassen sich die Produkte recyceln. Plattformen für Inspirationen, Tipps und Ideen gibt es hierfür auf jeden Fall genug.

    Noch ein Tipp: Ob Badezimmer-Produkte, Möbel oder Mode-Stücke, bevor du etwas in den Müll wirfst, frag in deinem Bekanntenkreis, spende deine Sachen oder verkaufe sie.

    Fazit: Die richtige Balance zwischen bewusster Lebensweise & bewusstem Konsumverhalten

    Ein bewusster Alltag kann trotzdem überfordern, auch wenn man das Prinzip verstanden hat.
    Eine bewusste Lebensweise, überlegte Gewohnheiten und kritisches Hinterfragen von Produkten, Marken und Co. sind auf jeden Fall ein guter Einstieg und der richtige Weg. Beim Kauf denken wir dann nicht nur an das Produkt selbst und den Eigennutzen, sondern auch daran, wie es hergestellt wurde und wie lange wir es nutzen können.