Das passiert während deines Zyklus: Eisprung, fruchtbare Tage und Menstruation

Laut einer Studie wissen viele Frauen nur ziemlich wenig über ihren Zyklus. Dabei geht jeden Monat eine ganze Menge ab in unseren Körpern. Und das ganze ungefähr 400 Mal im Leben einer Frau. Wie kann es da sein, dass wir selbst so wenig über Eisprung, die fruchtbaren Tage und Co. wissen? In der Schule wird nur das nötigste besprochen und irgendwie wollen alle diese Art von Gesprächen so schnell wie möglich hinter sich bringen. Später sind wir froh, wenn wir uns einigermaßen wohl fühlen während unserer Periode und haben ansonsten keine Lust uns mehr mit unserem Zyklus auseinanderzusetzen. Aber warum eigentlich? Es lohnt sich durchaus mehr über den weiblichen Zyklus zu wissen. Schließlich geht es hier um unseren Körper!

Weiblicher Zyklus: Kurz und knackig

 Im Durchschnitt ist der weibliche Zyklus 28 Tage lang. Die allermeisten Frauen haben aber einen kürzeren oder längeren Zyklus, der ungefähr zwischen 21-35 Tagen liegt. Gesteuert wird der Menstruationszyklus durch das Zusammenspiel verschiedener Hormone. Jeder Zyklus besteht aus zwei Hälften, wobei ungefähr in der Mitte der Eisprung liegt. Der Beginn des Zyklus ist ganz genau definiert und ganz einfach herauszufinden. Er beginnt nämlich mit dem ersten Tag deiner Periode und endet somit einen Tag vor der nächsten. Der zweite Teil des Menstruationszyklus beginnt nach dem Eisprung bzw. der Ovulation. Die Tage rund um den Eisprung werden als fruchtbare Tage bezeichnet, denn nur hier kann es bei Geschlechtsverkehr zu einer Schwangerschaft kommen. Danach beginnt die Gelbkörperphase.

Frauen

Viele Frauen wissen nur wenig über den weiblichen Zyklus und seine Vorgänge

Frauen kommen bereits mit allen Eizellen zur Welt. Mit etwa 10-16 Jahren reift die erste Eizelle heran und Mädchen bekommen das erste Mal ihre Menstruation (Menarche). Der Zyklus wiederholt sich so lange, bis eine Frau in die Wechseljahre kommt (Menopause). Das passiert mit etwa 51 Jahren.

Der weibliche Zyklus besteht aus zwei Phasen

Der weibliche Zyklus ist ein ganz schön komplizierter Vorgang der aus zwei Phasen besteht. Der Übergang ist der Eisprung mit den fruchtbaren Tagen. Verschiedene Hormone sorgen dafür, dass eine Eizelle zunächst heranreift, um dann entweder befruchtet zu werden oder bei der Menstruation auszuscheiden.

Die erste Phase endet mit dem Eisprung

Die erste Phase des weiblichen Zyklus beginnt mit dem ersten Tag der Menstruation. Diese nennt man Proliferations- oder Follikelphase. Mit dem Menstruationsblut wird das unbefruchtete Ei, zusammen mit der Gebärmutterschleimhaut, ausgeschieden. Gleichzeitig reifen in einem der Eierstöcke sogenannte Follikel heran, die die Eizellen enthalten. Für diesen Prozess ist das Hormon FSH verantwortlich. Im Follikel wiederum bildet sich Östrogen, welches kurz vor dem Eisprung stark ansteigt. Östrogen sorgt dafür, dass sich die während der letzten Menstruation abgestoßene Gebärmutterschleimhaut wiederaufbaut. Normalerweise reift nur einer der Follikel soweit heran, dass er „springt“ (die Ausnahme von der Regel sind zweieiige Zwillinge). Der Eisprung wird durch das LH-Hormon ausgelöst und markiert den Übergang zur nächsten Phase. Das reife Ei wandert vom Eierstock in den Eileiter und hinterlässt den Gelbkörper. Dieses bildet das Gelbkörperhormon (Progesteron) aus, welches eine große Rolle in der zweiten Zyklushälfte spielt. Was noch ganz interessant ist: die erste Hälfte des Zyklus ist, im Gegensatz zur zweiten, in seiner Länge sehr variabel.

Die fruchtbaren Tage: Merkt man den Eisprung?

Eier

Kann man den Eisprung berechnen?

Nach dem Eisprung bleibt die reife Eizelle für 12-24 Stunden befruchtungsfähig. Aber Achtung! Spermien können mehrere Tage im weiblichen Körper überleben. Daher kann Geschlechtsverkehr in den Tagen vor dem Eisprung auch zu einer Schwangerschaft führen. Kommt es zu einer Befruchtung durch eine männliche Samenzelle, wandert die Eizelle innerhalb der nächsten Tage durch den Eileiter zur Gebärmutter und nistet sich dort ein. Wenn in dieser Zeit keine Befruchtung stattfindet, stirbt die Eizelle ab und löst sich auf. Durchschnittlich sind Frauen ungefähr an 5-6 Tagen ihres Zyklus fruchtbar.

Es gibt einige Symptome, anhand derer du merken kannst, dass dein Eisprung bevorsteht oder gerade stattfindet. Einige Frauen berichten vom sogenannten Mittelschmerz während des Eisprungs. Dieser drückt sich durch ein einseitiges Ziehen oder Stechen im Unterleib aus. Da aber nicht jeder diesen Schmerz erlebt ist er nur wenig aussagekräftig und ein Ausbleiben auf gar keinen Fall ein Grund zur Sorge. Leichter zu interpretieren sind (mit ein bisschen Übung) diese Eisprung Symptome: Die Konsistenz des Cervixschleims und die Veränderung der Basaltemperatur und des Muttermundes. So kannst du deine fruchtbaren Tage berechnen bzw. eingrenzen.

Die zweite Phase: Was passiert nach dem Eisprung?

Gelbkörper

Der Gelbkörper produziert das Hormon Progesteron

Was genau nach dem Eisprung passiert hängt in erster Linie davon ab, was während deiner fruchtbaren Tage passiert ist😉 Die Gelbkörperphase, also die Phase nach dem Eisprung, dauert durchschnittlich 14 Tage und geht bis zur nächsten Regelblutung. In dieser Zeit kann es nicht zu einer Schwangerschaft kommen. Das Hormon Progesteron sorgt dafür, dass sich die Gebärmutterschleimhaut auf die potentielle Einnistung einer befruchteten Eizelle vorbereitet. Nach 12-16 Tagen stirbt der Gelbkörper ab, wenn die Eizelle nicht befruchtet wurde und Progesteron- sowie Östrogenspiegel sinken. Das führt dazu, dass die Gebärmutterschleimhaut abgestoßen wird: Du bekommst erneut deine Tage.

Wenn du schwanger bist, fällt der Progesteronspiegel nicht ab, da der Gelbkörper erhalten bleibt. Daher bleibt auch die Gebärmutterschleimhaut intakt und die Blutung bleibt aus.

Kein Eisprung mit Pille: Hormonelle Verhütung beeinflusst deinen Zyklus

Pille

Die Pille greift in deinen natürlichen Hormonhaushalt ein

Obwohl die Pille Jahrelang DAS Verhütungsmittel war ist inzwischen ein Gegentrend auf dem Vormarsch. Immer mehr Frauen spielen mit dem Gedanken die Pille abzusetzen oder haben dies schon getan. Da die Pille in den weiblichen Hormonkreislauf eingreift folgt der Zyklus nicht seinem natürlichen Lauf.

Die Pille verhindert eine Schwangerschaft auf mehreren Ebenen. Sie unterdrückt den Eisprung sowie den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Zusätzlich sorgt sie dafür, dass ein für Spermien undurchlässiger Schleimpfropf aufrechterhalten wird. Während der 7-tägigen Einnahmepause kommt es nur zur sogenannten Abbruchsblutung.

Der Zyklus wird dadurch regelmäßiger und ist durch weniger Aufs und Abs gekennzeichnet. Damit fallen aber auch die natürlichen Signale deines Körpers weg, die andeuten in welcher Phase du dich gerade befindest. Es kommt zu keiner Veränderung der Temperatur oder des Zervixschleims im Verlauf des Menstruationszyklus.

Welche Faktoren beeinflussen den weiblichen Zyklus?

Viele Faktoren beeinflussen deinen Zyklus. Den größten Einfluss haben mit Sicherheit hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille, Verhütungsringe/-pflaster und Co. Aber auch dein Lebensstil und dein allgemeiner Gesundheitszustand können bewirken, dass dein Menstruationszyklus ins Ungleichgewicht gerät.

Zykluskalender

Wenn du Buch führst kannst du viel über deinen Zyklus lernen.

Wenn du sehr gestresst bist kann es dazu kommen, dass dein Eisprung ausbleibt da dein Körper weniger Hormone ausschüttet. Auch drastischen Gewichtsschwankungen beeinflussen deinen Hormonhaushalt. Außerdem können bestimmte Infektionen deinen Zyklus durcheinanderbringen. Dein Biorhythmus hat auch Einfluss auf die Vorgänge in deinem Körper. Wenn du in unterschiedlichen Tag- und Nachtschichten arbeitest oder Reisen mit großer Zeitverschiebung unternimmst, kann sich dein Zyklus verändern.

 

Um mehr über deinen Zyklus und die Vorgänge in deinem Körper zu lernen, kannst du dir bestimmte Veränderungen notieren und diese auswerten. Wenn du das zuverlässig machst und dein Zyklus regelmäßig ist, kannst du so sogar ohne Hormone verhüten.

 

2019-01-17T12:14:40+00:00

Über den Autor:

MYLILY
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